December 15, 2025
Author:
Lise

Movement is A privilege

Most days, we do not even notice it. We walk, reach, bend, breathe, and move through our lives as if it will always be this way, until something reminds us that movement is not guaranteed, but a gift.

When movement is out of reach

Right now, as I write this, I am in bed with a strong cold.

For a week I have not been walking, going to the gym, or practicing yoga. My body will not let me, and I know I should accept this rest, but I still want to move.

I also know how privileged this frustration is, knowing that many people live with disabilities, chronic illness, pain, or conditions that limit movement every single day. Some cannot walk at all, some use wheelchairs, some need support just to get out of bed. For them, my temporary limitation is their everyday reality.

We are built to move

A few months ago, I had the rare chance to see anatomical specimens used for medical studies.

It was overwhelming to remember these were people who had lived, loved, laughed, and grieved. I felt a deep gratitude for my own body and all it allows me to do.

Seeing the layers of muscle, the placement of bones, and the web of ligaments and joints made one thing very clear: we are made for movement. The human body is designed to reach, twist, walk, dance, rest, and rise again. We are stronger and more adaptable than we often believe.

Practice, patience, and small steps

From childhood on, even the simplest movements are a journey.

Bringing food to the mouth, learning to crawl, taking those first unstable steps. All of it takes countless repetitions. It takes years to walk upright with confidence, yet as adults we expect progress to come quickly.

The same is true for yoga. A pose will not become effortless overnight. It is practice, practice, practice. Think of athletes: what they can do is extraordinary, but it is not an accident: it is the result of many small, consistent actions over time, a kind of “compound effect” where tiny efforts add up to big changes. You do not need to be an athlete, but a few focused minutes of intentional movement each day can slowly transform your relationship with your body.

Claiming your privilege to move

Yoga, for me, is where all of this comes together.

It is more than movement, more than asana. It is an art, a philosophy, and a science of being in a body and in a mind at the same time. When I step on the mat, I am reminded that every posture and every breath is a privilege – especially after times when I could not move freely or without pain.

Yoga offers a process that does not rush and does not demand perfection.

Step by step, it helps you move toward something you want or need: more mobility, less pain, more presence, more trust in your body. You can start simply by noticing your body, choosing to move with care instead of force, and honoring what your body can do today.

If you can move, even a little, you hold a powerful privilege.

Unroll your mat or simply stand up and stretch. Feel your breath, your joints, your muscles waking up. This is how you begin to honor the privilege of movement: one conscious breath, one gentle movement, one patient practice at a time.

Lise is the founder of vayamyoga in Bern, Switzerland. She is a dedicated yoga practitioner and a certified Iyengar Yoga Instructor (Level 1).

Deutsche Version

An den meisten Tagen merken wir sie kaum. Wir gehen, greifen, beugen uns, atmen und bewegen uns durch unser Leben, als wäre es selbstverständlich, bis uns etwas daran erinnert, dass Bewegung nicht selbstverständlich ist, sondern ein Geschenk.

Wenn Bewegung ausser Reichweite ist

Gerade jetzt, während ich dies schreibe, liege ich mit einer starken Erkältung im Bett.

Seit einer Woche gehe ich nicht spazieren, nicht ins Fitnessstudio und ich übe kein Yoga. Mein Körper lässt es nicht zu, und ich weiss, ich sollte diese Ruhepause akzeptieren. Trotzdem möchte ich mich bewegen.

Ich weiss auch, wie privilegiert diese Frustration ist. Viele Menschen leben täglich mit Beeinträchtigungen, chronischen Erkrankungen oder anderen Umständen, die ihre Bewegungsfreiheit begrenzen. Einige können gar nicht gehen, andere sind auf einen Rollstuhl angewiesen, wieder andere brauchen Hilfe, um überhaupt aus dem Bett zu kommen. Für sie ist meine vorübergehende Einschränkung Teil ihres Alltags.

Wir sind für Bewegung gemacht

Vor ein paar Monaten hatte ich die seltene Gelegenheit, anatomische Präparate zu sehen, die für medizinische Studien genutzt werden.

Es war überwältigend, sich bewusst zu machen, dass dies Menschen waren, die gelebt, geliebt, gelacht und getrauert haben. Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für meinen eigenen Körper und alles, was er mir erlaubt.

Die Schichten der Muskeln, die Anordnung der Knochen und das Netz aus Bändern und Gelenken zeigten eines sehr deutlich: Wir sind für Bewegung gemacht.

Der menschliche Körper ist dafür geschaffen, zu greifen, zu drehen, zu gehen, zu tanzen, sich auszuruhen und wieder aufzustehen. Wir sind stärker und anpassungsfähiger, als wir oft glauben.

Übung, Geduld und kleine Schritte

Schon als Kinder ist selbst die einfachste Bewegung eine Reise.

Essen zum Mund bringen, Krabbeln lernen, die ersten unsicheren Schritte. All das braucht unzählige Wiederholungen. Es dauert Jahre, um aufrecht und selbstbewusst zu gehen, und doch erwarten wir als Erwachsene oft schnellen Fortschritt.

Das gleiche gilt für Yoga. Eine Haltung oder Pose wird nicht über Nacht mühelos. Es ist Übung, Übung, Übung.

Denk an Sportler: was sie können, ist aussergewöhnlich, aber kein Zufall. Es ist das Ergebnis vieler kleiner, konsequenter Schritte über die Zeit, eine Art «Compound effect», bei dem kleine Taten grosse Veränderungen bewirken.

Du musst nicht besonders sportlich sein. Schon ein paar konzentrierte Minuten bewusster Bewegung am Tag können nach und nach deine Beziehung zu deinem Körper stärken.

Das Privileg der Bewegung erkennen

Für mich ist Yoga der Ort, an dem all dies zusammenkommt.

Es ist mehr als Bewegung, mehr als Asana. Es ist eine Kunst, eine Philosophie und eine Wissenschaft, in einem Körper und einem Geist zugleich zu sein. Wenn ich die Matte betrete, wird mir bewusst, dass jede Pose und jeder Atemzug ein Privileg ist, besonders nach Zeiten, in denen ich mich nicht frei oder schmerzfrei bewegen konnte.

Yoga bietet einen Weg, der sich nicht hetzt und keine Perfektion verlangt. Schritt für Schritt unterstützt es dich dabei, auf das zuzugehen, was du dir wünschst oder brauchst: mehr Beweglichkeit, weniger Schmerz, mehr Präsenz und mehr Vertrauen in deinen Körper.

Du kannst einfach damit beginnen, deinen Körper wahrzunehmen, dich bewusst und achtsam zu bewegen, statt unter Druck zu handeln, und zu ehren, was dein Körper heute leisten kann.

Wenn du dich bewegen kannst, auch nur ein wenig, hast du ein starkes Privileg.

Rolle deine Matte aus oder steh einfach auf und streck dich. Spüre, wie dein Atem, deine Gelenke und deine Muskeln erwachen.

So beginnst du, das Privileg der Bewegung zu ehren: ein bewusster Atemzug, eine sanfte Bewegung, eine geduldige Übung nach der anderen.

Lise ist die Gründerin von vayamyoga in Bern, Schweiz. Sie ist eine engagierte Yogaschülerin und zertifizierte Iyengar-Yoga-Lehrerin (Level 1).