February 8, 2026
Author:
Lise

Yoga Isn't Always Comfortable

Yoga has taught me that growth often begins in the moments of unease, in the poses we resist or the breath we forget.

When Comfort isn’t the goal

Yoga isn’t meant to make you feel comfortable or happy all the time. Especially when you’re new to it. The practice invites deep observation and honest reflection. It can bring up anger, sadness, excitement, or lightness, sometimes all at once.

Beyond the misconceptions

Many people misunderstand yoga as a purely gentle, relaxing practice without right or wrong. Or they mistake it for calisthenics. But true yoga, especially in the Iyengar tradition, challenges both body and mind, and there are indeed ways to do it wrong. The practice can deliver messages that aren’t pleasant. A pose may feel physically demanding or emotionally intense. I’ve had asanas stir fear, frustration, or even pain, sometimes not during the pose itself, but afterwards. Often this was because my muscles weren’t used to the stretch, or my mind resisted something new.

Precision matters

I hear the same from students who first attempt Śīrṣāsana, headstand.Done without guidance or preparation, it can indeed be unsafe, you can get hurt. That’s why careful alignment, patient repetition, precision and clear instruction are crucial. Each pose must be learned gradually and with full attention. Over time, persistence transforms challenge into ease. Strangely enough, the poses we avoid the most are usually the ones we need the most.

The Teacher Who Changed Everything

I still remember my very first yoga class, how frustrated I felt when the teacher offered little direction and moved too quickly. I didn’t want to do it again.
Later, in my first Iyengar class in Vancouver with Eve, everything changed. She was in her sixties, calm, smiling, and deeply grounded. Under her gentle authority, we all practiced with focus and respect. Her presence transformed my attitude toward yoga. I started to have a gentler approach towards my body, and life itself.

More than a decade later, I see how that consistency has reshaped me. I’m stronger,steadier, and my practice continues to evolve.

Always learning

In my own practice, I still make mistakes. Sometimes I rush into a pose, force a movement, or forget to breathe. I don’t always listen when my body tells me to stop or ease off. And that’s okay, it’s all part of the journey.

Teaching moments

When I teach, I try my best to sense what my students might be feeling or needing inthe room. I notice it in their faces or eyes when something feels too intenseor too easy. I love when students feel comfortable enough to share that they’re afraid of a pose or feeling weak. In those moments, I encourage them to try a variation or simply to approach the pose with curiosity rather than judgment.Yoga isn’t a competition or a test, it’s a practice. Mistakes are welcome;progress comes through patience. When nothing else works, I remind them to return to their breath.

In Iyengar yoga, consistency is everything. It helps us confront our fears,strengthen our bodies, and awaken courage. Because yes, yoga requires courage.You have to show up; the rest unfolds naturally. “Trust the process” isn’t just a saying, it’s a truth discovered through experience.

Where the real practice begins

As my mentor Louie used to remind us: Yoga is not a sprint — it’s a marathon. And marathons aren’t always comfortable either.

So, the next time you step on the mat, don’t aim to feel good. Aim to feel, and to be comfortable being uncomfortable. Because that’s where the real practice begins.

Lise is the founder of vayamyoga in Bern, Switzerland.She is a dedicated yoga practitioner and a certified Iyengar Yoga Instructor(Level 1).

DEUTSCHE VERSION

Übersetzt aus dem Englischen

Yoga ist nicht immer angenehm – und genau das ist der Punkt Yoga hat mich gelehrt, dass Wachstum oft in Momenten inneren Widerstands beginnt, in den Haltungen, denen wir ausweichen, oder im Atem, den wir vergessen.

 

Wenn die Komfortzone nicht das Ziel ist

Yoga ist nicht dazu da, uns jederzeit bequem oder glücklich zu fühlen, besonders am Anfang nicht. Das Üben lädt zu genauer Beobachtung und ehrlichen Reflexion ein. Es kann Ärger, Traurigkeit, Begeisterung oder Leichtigkeit hervorrufen, manchmal alles gleichzeitig.

Jenseits der Missverständnisse

Viele Menschen verstehen Yoga als rein sanfte, entspannende Praxis ohne richtig oder falsch, oder verwechseln es mit Gymnastik. Doch echtes Yoga, insbesondere im Iyengar‑Yoga, fordert Körper und Geist gleichermassen heraus, Und ja, man kann Haltungen definitiv falsch üben. Das Üben kann Botschaften senden, die sich unbequem anfühlen. Eine Haltung (Asana) kann sowohl körperlich anspruchsvoll als auch emotional intensiv sein. Ich habe Asanas erlebt, die Angst, Frustration oder gar Schmerz auslösen, manchmal während der Haltung, manchmal erst danach. Oft lag das daran, dass meine Muskeln die Dehnung nicht gewohnt waren oder mein Geist sich gegen das Neue wehrte.

Präzision zählt

Dasselbe höre ich von Schüler:innen, die zum ersten Mal den Śīrṣāsana, Kopfstand, üben. Ohne Anleitung oder Vorbereitung kann er tatsächlich unsicher sein und Verletzungen verursachen.Deshalb sind präzise Ausrichtung, geduldiges Wiederholen und klare Instruktionen entscheidend. Jede Haltung muss Schritt für Schritt und mit voller Aufmerksamkeit erlernt werden. Mit der Zeit verwandelt sich Anstrengung in mehr Leichtigkeit. Und oft sind genau die Asanas, denen wir aus dem Weggehen, jene, die wir am meisten brauchen.

Die Lehrerin, die alles veränderte

Ich erinnere mich noch gut an meine allererste Yogastunde, wie frustriert ich war,weil die Lehrerin kaum Anweisungen gab und sich zu schnell bewegte. Ich wollte nicht wieder hingehen.
In meiner ersten Iyengar‑Yogastunde in Vancouver bei Eve änderte sich dann alles. Sie war in ihren Sechzigern, ruhig, lächelnd und tief verwurzelt. Unter ihrer gelassenen Autorität übten wir konzentriert und mit Respekt. Ihre Präsenz veränderte meine Haltung zu Yoga und lies mich auch mit meinem Körper, ja mit dem Leben selbst, sanfter umgehen.

Mehr als zehn Jahre später sehe ich, wie regelmässiges Üben mich verändert hat. Ich bin stärker, gefestigter und meine Yogapraxis entwickelt sich weiter.

Immer weiter lernen

Auch heute mache ich Fehler. Manchmal gehe ich zu schnell in eine Haltung, erzwinge eine Bewegung oder vergesse zu atmen. Ich höre nicht immer auf meinen Körper, wenner mir sagt, dass ich langsamer werden soll. Und das ist in Ordnung – es gehört zum Weg.

Unterrichtsmomente

Beim Unterrichten versuche ich wahrzunehmen, was die Schüler:innen gerade brauchen oder empfinden. Ich sehe es in ihren Gesichtern, in ihren Augen, wenn etwas zuviel oder zu wenig ist. Es freut mich, wenn Schüler:innen den Mut haben zu sagen, dass sie vor einer Haltung Angst haben oder sich schwach fühlen. In solchen Momenten ermutige ich sie, eine Variation zu probieren oder der Haltung mit mehr Neugier als Urteil zu begegnen. Yoga ist kein Wettbewerb und keine Prüfung,es ist eine Übungspraxis. Fehler sind willkommen; Fortschritt entsteht durch Geduld. Und wenn gar nichts geht, erinnere ich sie daran, einfach zum Atem zurückzukehren.

Im Iyengar‑Yoga ist Beständigkeit entscheidend. Sie hilft uns, unseren Ängsten zu begegnen,Kraft aufzubauen und Mut zu entwickeln. Denn ja – Yoga verlangt Mut. Man muss einfach erscheinen; der Rest entfaltet sich. Trust the process ist nicht nur ein Spruch, sondern eine Erfahrung, die man Schritt für Schritt macht.

Wo die eigentliche Praxis beginnt

Wie meine Lehrerin Louie immer sagte: Yoga ist kein Sprint – es ist ein Marathon. Und auch ein Marathon ist nicht immer angenehm.

Das nächste Mal, wenn du auf deine Matte trittst, strebe nicht danach, dass es sich gut anfühlt. Strebe danach, zu spüren, und Ruhe im Unbehagen finden. Denn genau dort beginnt die wahre Yogapraxis.

Lise ist die Gründerin von vayamyoga in Bern, Schweiz. Sie ist eine engagierte Yogaschülerin und zertifizierte Iyengar-Yoga-Lehrerin (Level 1).